Die drei Verbundpartner sind die Antragssteller des BMBF-Verbundprojekts.


Die Stadt Essen ist mit ihren fast 600.000 Einwohnern eines der Zentren innerhalb des Ruhrgebiets. Es finden neben dem alltäglichen Betrieb jährlich rund 40 teils mehrtägige oder mehrwöchige (Groß-) Veranstaltungen mit teils mehreren zehntausenden Besuchern statt, für die neue Konzepte für Schutzmaßnahmen benötigt werden, um der sich ständig wandelnden Bedrohungslage gerecht zu werden. Die Innenstadt von Essen befindet sich dabei selbst im Wandel, da sie vor dem Hintergrund des schrumpfenden Einzelhandels nicht mehr als typische zentrale Anlaufstelle für Einkauf, Erlebnisraum und Veranstaltungen angesehen wird. Es fehlen insbesondere Wohn- und Ausgehmöglichkeiten, sodass ein Fokus darauf gelegt werden soll sie attraktiver zu gestalten für den Alltag sowie für Veranstaltungen.

Die Schaffung neuer Raumkonzepte und die Berücksichtigung von Architekturen der Sicherheit ist auch vor den terroristischen Anschlägen der letzten Jahre als ein zentraler Aspekt der geplanten Stadtentwicklung zu sehen. Aus der Strategie der Vermeidung schneller, nicht nachhaltiger Lösungen heraus ergibt sich auch das Engagement der Stadt Essen in der DIN SPEC 91414 zur Normung mobiler Fahrzeugsperren sowie im Deutsch-Europäischen Forum für Urbane Sicherheit (DEFUS) e.V. Das Forschungsprojekt soll ein weiterer wichtiger nachhaltiger Baustein für eine attraktive, sichere und resiliente Stadt Essen werden.

Die Stadt Essen wird innerhalb des Forschungsverbunds vertreten durch den Geschäftsbereichsvorstand Allgemeine Verwaltung, Recht, öffentliche Sicherheit und Ordnung und der hier verorteten Stabsstelle „Kriminalprävention und Sicherheit“, die von Frau Dipl.-Ing. Stephanie Schmuck geleitet wird. Von der Stabsstelle geht die Koordination des Verbundprojekts aus. Informationen werden von hier aus verteilt, die Koordinierung mit verschiedenen Geschäftsbereichen innerhalb der Kommunalverwaltung und Externen findet hier statt und Ergebnisse werden hier gesammelt. Die Entwicklung des Raumkonzepts wird koordiniert und eine mögliche Umsetzung in allen Belangen geprüft und vorbereitet.


Die Technische Universität Berlin (Fakultät VI Planen Bauen Umwelt, Institut für Architektur) leitet das Projekt in wissenschaftlicher Hinsicht in Zusammenarbeit mit der Beuth Hochschule für Technik Berlin. Der Fokus liegt auf der architektonisch-künstlerischen, sowie auf der stadtsoziologischen Perspektive und soll die Verbindung zwischen Kunst, Technik und Soziologie schaffen.

Grundlage für den geplanten interdisziplinären Ansatz bildet die Expertise von Professorin Dr. Stefanie Bürkle, Fachgebiet Bildende Kunst, die seit mehreren Jahren in der Fakultät VI der TU Berlin an der Schnittstelle von Kunst und Architektur forscht, insbesondere auch mittels der von ihr entwickelten visuellen Feldforschung. Sie leitet bereits ein Teilprojekt im Sonderforschungsbereich 1265 (DFG), Re-Figuration von Räumen, der an der TU Berlin verortet ist und sich mit den seit den späten 1960er Jahren zu beobachtenden Veränderungen der sozialräumlichen Ordnungen beschäftigt. Insbesondere fallen die künstlerische Methodik, sowie die Vermittlung der Forschung durch Ausstellungen und Virtualisierungen in die Expertise der TU Berlin bei diesem Projekt.


An der Beuth Hochschule für Technik Berlin (ab 01.10.2021 „Berliner Hochschule für Technik“) ist seit über 30 Jahren als Teil des maschinenbaulichen Fachgebiets VIII die Fachgruppe „Veranstaltungs- und Theatertechnik und -management“ etabliert, in der die Sicherheit von Versammlungsstätten und Veranstaltungen ein wichtiges Feld darstellt. Die Beuth Hochschule übernimmt in Zusammenarbeit mit der TU Berlin die ingenieurwissenschaftliche Methodik und die technische Seite der Entwicklung des Konzepts und der Lösungen für die Architekturen der Sicherheit.

Professor Thomas Sakschewski lehrt seit vielen Jahren an der Beuth Hochschule für Technik Berlin im Studiengang Theater- und Veranstaltungstechnik und -management. Er forscht und publiziert insbesondere auf dem Gebiet des Veranstaltungsmanagements, der Veranstaltungs- sowie der Versammlungsstättensicherheit. Prof. Sakschewski ist Mitglied des Normenausschusses zur DIN SPEC 91414, in dem die ingenieurstechnischen Maßgaben für Durchfahrtsbarrieren festgelegt worden sind.

Andreas Gürich, M. Eng. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Beuth Hochschule für Technik. Vor Antreten der Qualifizierungsstelle mit dem Ziel der Promotion war er nach seinem Studium zum Bachelor und Master of Engineering (Veranstaltungstechnik und -management) sechs Monate lang wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin, um im Rahmen der Anschubfinanzierung die Projektskizze für das Verbundprojekt in Kooperation mit allen Partnern zu erstellen.